Der alles überragende Jentower in der Thüringer Kleinstadt Jena beherbergt jetzt in einer Höhe von 120 m ein kleines, aber sehr feines Panoramahotel. Binnen eines halben Jahres wurde aus einer Konferenz-Etage eine Perle der Jenaer Hotellandschaft mit 16 Zimmern, einer Suite sowie Rezeption und Konferenzraum.

Der Jentower war unseren Mitarbeitern wohl bekannt. Haben sie doch während der umfassenden Sanierung des Gebäudes im Jahr 2000 die umfangreichen Innenausbauten durchgeführt. So unterliegt der Jentower der Hochhausrichtlinie, die Platzverhältnisse sind sehr beengt, der runde Grundriss des Hauses erschwert zudem Planung und Ausführung. Die aktuellen Umbauarbeiten im 27. Obergeschoss durften den Betrieb der weiteren Etagen nicht beeinflussen. Für den Materialtransport konnte zum Beispiel ausschließlich einer der sechs Expressaufzüge genutzt werden. Die Arbeiten begannen mit der Entkernung der alten Konferenz-Etage. Zu Tage trat die für ein Hochhaus bemerkenswerte Deckenhöhe von 4,85 m. Erst nachdem die 150 m³ Bauschutt entsorgt waren, begann die Entstehung des neuen Hotels.

Wie bei jedem Hochhaus ist auch beim Jentower die Kühlung sehr anspruchsvoll. Statt mithilfe der üblichen Klimatechnik werden die Räume des Hotels über eine Heiz-/Kühldecke klimatisiert. Diese Klimadecken funktionieren nach dem Strahlungsprinzip. Im Sommer entzieht die Decke dem Raum die Wärme mittels angenehmer Strahlungskühlung. Im Winter wirkt die Decke wie ein Ofen und gibt die Wärmeenergie direkt an die Personen und Gegenstände ab – alles ohne störende Zugluft. Die Klimadecke besteht aus einem Aluminium-Sonderprofil mit eingepresstem Heizrohr, wovon die Zwickauer Kollegen bei diesem Projekt ca. 5.000 laufende Meter inklusive 8 Kilometer Rohrleitung verbaut haben. Leitungen und Profile wurden mit GK-Platten mit hohem Grafitanteil verkleidet, um eine gleichmäßige Übertragung von Wärme oder Kälte zu gewährleisten.

Die Hochhausrichtlinie stellt auch an einen Hotelbetrieb besondere Anforderungen. Für eine optimale Trennung von Flur und Zimmern sorgen multifunktionale Türen, die sowohl den Schall dämmen, als auch vor Feuer und Rauch schützen. Die drei Meter hohen Türelemente mit Oberblende sind nicht nur funktional, mit einer exklusiven Beschichtung im Aluminiumlook glänzen sie auch optisch.

Hotel Scala im Jentower Jena

  • Auftraggeber
    Saller Gewerbebau, Weimar
  • Architekt
    Atelier und Architekturbüro Falko Bärenwald, Jena
  • Volumen
    360 T Euro
  • Fertigstellung
    2012
  • Objekttyp
    Hotels
  • Leistungen
    Trockenbausysteme
    Klimadecken
    Holzinnenausbau

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